Implantate

Mit Implantaten das Leben wieder genießen.

Der natürliche Zahn besteht aus Krone und Wurzel. Bei der Herstellung von herkömmlichem Zahnersatz werden die sichtbaren Teile des Zahnes, die Zahnkronen, ersetzt. Zur Verankerung müssen gesunde Zähne beschliefen werden. Die perfekte Alternative hierzu sind Implantate:  

Implantate sind künstliche Zahnwurzeln aus Titan, die in einen kleinen chirurgischen Eingriff in den Kiefer eingesetzt werden. Sie verwachsen dann mit dem Knochen, und darauf werden die neuen nach kurzer zeit die neuen Zähne aufgebaut. Zahnwurzeln und Kronen werden ersetzt. Implantate übernehmen die biologische Funktion der Zahnwurzel und gleichzeitig wird die Ästhetik wieder hergestellt.

Ablauf der Implantat-Behandlung:

Die Behandlung erfolgt im wesentlichen in zwei Schritten.

1. Schritt: Die Implantate werden in örtlicher Betäubung in den Kiefer eingesetzt, und das Zahnfleisch darüber vernäht. Es folgt eine 4-6 monatige Einheilphase, in der Sie einen provisorischen Zahnersatz tragen wird.

2. Schritt: Nach Freilegung des Implantates und einem Abdruck wird der endgültige Zahnersatz auf den eingewachsenen Implantaten verschraubt.

Das Implantat verwächst gleichsam mit dem Kieferknochen, es wird zum Halteelement für Ihren Zahnersatz. Wie bei einem Baum, der seine Stabilität und Standfestigkeit durch die Wurzeln erhält, wird Ihr Zahnersatz durch das Implantat getragen.

Während der Einheildauer darf das Implantat nicht belastet werden, damit sich die Knochenzellen gut mit der Implantatoberfläche verbinden können.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------

PATIENTENINFORMATION

 zur Versorgung mit Zahnimplantaten

1.  Allgemeines

Zahnimplantate werden seit nunmehr mehr als 30 Jahren erfolgreich zum Ersatz verloren gegangener Zähne eingesetzt. Aufgrund der in dieser langen Zeit gewonnenen Erfahrungen wurden diese Implantate immer wieder in Form und Material verbessert, so dass das heute zur Verfügung stehende Material außerordentlich gute Prognosen verspricht.

Grundbedingungen für eine erfolgreiche Implantation sind jedoch in erster Linie ein ausreichendes Knochenangebot in Verbindung mit einer stabilen Situation der Schleimhäute am geplanten Implantationsort.

Grundbedingungen für einen Langzeiterfolg sind eine perfekte Mundhygiene und ständige Kontrolle mit professioneller Reinigung (ca. alle 3 Monate, jedoch individuell verschieden).

Unter diesen Bedingungen sind nach neuesten Untersuchungen nach 10 Jahren noch über 90% der eingesetzten Implantate funktionstüchtig.

Trotzdem gibt es, wie bei jeder anderen medizinischen Behandlung, natürlich auch bei Implantationen Risiken.

So heilen ca. 1% der Implantate nicht im Knochen ein. In diesem Fall lassen sie sich außergewöhnlich einfach wieder entfernen, das Bohrloch verheilt mit einem geringen Knochenverlust wie bei der Extraktion eines natürlichen Zahnes. Nach einiger Zeit kann oft eine zweite Implantation vorgenommen werden.

Weitere 2% der Implantate gehen in den ersten 3 Jahren, meistens aufgrund von Zahnfleischentzündungen (PFLEGE!) und unphysiologischer Belastung (KONTROLLE!), verloren.

Anschließend verhält sich ein Implantat fast gleich wie ein natürlicher Zahn, der parodontale Knochenabbau findet hier in gleichem Maße statt wie z.B. beim natürlichen Nachbarzahn.

Hierbei spielen wieder Pflege, Kontrolle und professionelle Reinigung eine entscheidende Rolle.

2.   Material

Die bei uns verwendeten Implantate bestehen ausschließlich aus reinem Titan.

Dieser Werkstoff wird seit Jahrzehnten in der allgemeinen Knochenchirurgie eingesetzt, so z.B. für Knochennägel, Knochenverbindungsplatten, Knochenschrauben und künstliche Hüftgelenke.

Abstoßungsreaktionen aufgrund von Titanallergien sind derzeit nicht bekannt.

 

3.   Behandlungsablauf

Die chirurgische Vorgehensweise ist natürlich bei jedem Patienten individuell. Sie kann von Schleimhautplastiken und von Knochenaufbau mit eigenem Knochen oder Knochenersatzmaterialien begleitet sein.

Prinzipiell wird die Schleimhaut an der Implantationsstelle eröffnet, und in den Knochen wird eine genau zum Implantat passende Form präpariert. Das Implantat wird eingebracht, und die Schleimhaut wird darüber fest und dicht vernäht. Nach ca. 3 Monaten im Unterkiefer, nach 4-6 Monaten im Oberkiefer wird die Schleimhaut über dem Implantat eröffnet und ein Abdruckpfosten eingeschraubt. Abdruck, Einproben und endgültige Versorgung gehen genau wie bei natürlichen Zähnen. Implantationen gehören im allgemeinen zu den weniger schmerzhaften zahnärztlich-chirurgischen Eingriffen, auch die postoperative Schwellung ist meistens gering.

In der 3-6 Monate langen Einheilungsphase sind Sie selbstverständlich mit Ihrer alten Versorgung oder mit Langzeitprovisorien versorgt, wenn es ästhetisch oder funktionell notwendig und möglich ist.

 

4.   Spezielle Operationsrisiken

Alle nachstehend genannten Risiken sind sehr selten. Sie müssen Ihnen aber bekannt sein.

Unterkiefer:

Im Unterkiefer verläuft im Seitenzahngebiet ein sensibler Nerv, der die Unterkieferzähne, die Unterkieferinnenseite, die Unterlippe sowie den vorderen Anteil des Kinns jeweils bis zur Mitte mit Gefühl versorgt. Die Gesichtsmuskeln (Bewegung) werden nicht von diesem Nerv versorgt. Dieser Nerv verlässt ca. 3 cm vor der Unterkiefermitte den Knochen. Obwohl die Austrittsstelle und der Verlauf im Knochen im Röntgenbild sichtbar sind, muss dieser Nerv bei vielen chirurgischen Eingriffen im Unterkiefer, so auch bei vielen Implantationen, dargestellt werden, um ihn zu schonen.

Dabei kann dieser Nerv, z.B. durch Metallberührung, für einige Zeit seine Funktion einstellen (Gefühlsausfall im schlimmsten Fall wie bei einer Unterkieferbetäubungsspritze).

Vor allem bei Implantationen im Unterkieferseitenzahngebiet besteht immer auch ein grundsätzliches Risiko der Schädigung dieses Nerven mit anhaltendem Gefühlsausfall. Daher wird vor oder während der Implantation eine Messaufnahme angefertigt, um die genaue Implantationslänge festzulegen und um diesen Nerv sicher zu schonen.

Wie selbst z.B. nach der Entfernung von Weisheitszähnen oder Wurzelresten besteht auch nach Implantationen ein geringes Risiko der Spontanfraktur des Unterkiefers.

Oberkiefer:

Bei Implantationen im Oberkiefer kann es zu Eröffnungen der Nasenhöhle oder der Kieferhöhle kommen. Da diese Eröffnungen durch das Implantat und / oder die Schleimhautnaht wieder dicht verschlossen werden, sind Infektionen, auch durch die sowieso notwendige Antibiotikaprophylaxe (z.B. Penicillin), außerordentlich selten.

Für kleine Implantate im hinteren Oberkieferseitenzahngebiet besteht ein erhöhtes Risiko der Überlastung, da in diesem Gebiet die Knochenstruktur oft nicht ideal ist.

 

Wir möchten Sie noch einmal darauf hinweisen, dass alle diese Komplikationen sehr selten vorkommen. Prinzipiell jedoch sind neben diesen speziellen Risiken auch alle normalen Risiken operativer Eingriffe im Mund- und Kieferbereich möglich, so z.B. Wundinfektion, Schwellung, Nachblutung, Hämatome (blaue Flecken), Kieferklemme.

Die bei Ihnen speziell in Frage kommenden Risiken werden wir natürlich noch einmal mit Ihnen direkt besprechen.

 

5.  Erstattung durch Krankenkassen und Beihilfestellen:

Im allgemeinen funktioniert inzwischen die Erstattung bei Privatversicherten problemlos. Bei mehreren Implantaten und größeren Versorgungen empfehlen wir, vorher einen Heil-und Kostenplan einzureichen. Letzteres gilt vor allem für die Erstattung durch Beihilfestellen.

Bei gesetzlich Versicherten handelt es sich bei Implantationen und der auf Implantaten befestigten Oberkonstruktion um reine Privatleistungen, die nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen beinhaltet sind. Sie müssen hier also damit rechnen, dass die kompletten Kosten von Ihnen selbst zu begleichen sind.